Über Die Verwandlung
- 27. März
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Stunden
von Elisabeth Fuchs und Harald Salfellner
Was ist das doch für eine ausnehmend
ekelhafte Geschichte...
Franz Kafka
Die Idee zur Verwandlung
Als Franz Kafka eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett – nein, keineswegs zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt, aber doch mit dem Gedanken daran im Kopf, der ihn nicht mehr loslassen sollte.

Das war am 17. November 1912, einem Sonntag. Kafka lag unter der Decke und sann darüber nach, wie es wohl wäre, auf einem gepanzerten Rücken liegend aufzuwachen, mit unzähligen Beinchen, die hilflos in der Luft zappeln. Gut möglich, daß er sich auch ähnlich wie Gregor Samsa unfähig fühlte aufzustehen, war er doch bis tief in die Nacht über seinem Roman Der Verschollene gesessen, mit dem Empfinden, daß dieser sich dabei „sehr verschlechtert habe“1. Noch dazu wartete er seit Tagen vergeblich auf ein Schreiben von seiner Berliner Vertrauten Felice Bauer, weshalb er den Entschluß faßte, „nicht früher aus dem Bett zu gehn ehe der Brief“2 komme. Gegen Mittag brachte der Bote endlich das ersehnte Poststück und Kafka schrieb Felice noch am Abend desselben Tages zurück. Im Schlußsatz dieses Antwortbriefes heißt es, daß er heute „eine kleine Geschichte niederschreiben werde, die mir in dem Jammer im Bett eingefallen ist und mich innerlichst bedrängt“3 – der erste Hinweis auf Die Verwandlung.
Das vollständige Nachwort können Sie in unserer Prager Ausgabe von Kafkas Die Verwandlung lesen.
Anmerkungen
1. Franz Kafka am 17. XI. 1912 an Felice Bauer, in: Franz Kafka: Briefe 1900–1912, hrsg. von Hans-Gerd Koch, Frankfurt am Main 2005, S. 241 (im Folgenden Br I).
2. Franz Kafka am 17. XI. 1912 an Felice Bauer, in: Br I, S. 240.
3. Franz Kafka am 17. XI. 1912 an Felice Bauer, in: Br I, S. 241.

