Franz Kafka in Karlsbad
- 11. Apr.
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Aktualisiert: 15. Mai
aus dem Buch Franz Kafka. Ein Leben in Bildern von Hartmut Binder

Karlsbad ist recht angenehm.
Dieses Urteil über Karlsbad wurde in Kenntnis Marienbads gefällt, das Kafka gerade zum ersten Mal gesehen hatte und unbegreiflich schön fand. Deswegen schlug er Felice wenig später vor, den geplanten gemeinsamen Urlaub in diesem Kurort zu verbringen.

Am 9. April 1916 schrieb Kafka an Felice Bauer: […] für 2 Tage in Karlsbad, geschäftlich: Ottla ist mit. Unser erster Weg gestern abend war – ähnlich wie wir in Weimar in der ersten Mitternacht zum Goethehaus giengen – zur Villa Tannhäuser.
Andere an Felice Bauer gerichtete Briefe zeigen, daß Kafkas Erinnerungen an den gemeinsamen Karlsbad-Aufenthalt im Juli 1915 durchaus zwiespältiger Natur gewesen waren: Denn er spricht von Schmerzen und Spannungen des Kopfes, die ihn für seine Partnerin schwer erträglich machten: Du erinnerst Dich noch gewiß daran, wie ich in Karlsbad war. Ich bin, wenn es möglich ist, noch ärger. Einen solchen Menschen will ich aber jetzt nicht an Dich heranschieben. Du sollst mich nicht so sehn, […] ich zeige mich nicht einmal in Prag. Womit ich aber nicht sagen will daß ich ganz hoffnungslos bin. Wie könnte ich ohne Hoffnung leben.


